Was ist Regulation
- Regulation
- Stressmanagement
- Was ist Regulation
Was bedeutet Regulation für das Nervensystem?
Die Fähigkeit, immer wieder ins Gleichgewicht zu finden
Regulation bedeutet nicht, immer ruhig und entspannt zu sein.
Unser Nervensystem muss sich aktivieren können, wenn wir Kraft, Aufmerksamkeit oder Schutz brauchen. Und es muss wieder zurückfinden können – in Ruhe, Kontakt und Erholung.
Ein reguliertes Nervensystem ist nicht immer ruhig.
Es ist beweglich.
Es kann auf unterschiedliche Situationen reagieren, ohne dauerhaft in Anspannung, Überforderung oder Rückzug stecken zu bleiben.
Wie Körper und Gehirn zusammenwirken
Regulation ist nicht einfach Vagusnerv – Stimulation
Regulation geschieht nicht an einer einzelnen Stelle im Körper. Und sie lässt sich nicht allein auf den Vagusnerv reduzieren.
Atmung, Herzschlag, Muskelspannung, Bewegung, Gefühle und Sinneseindrücke wirken ständig zusammen. Über das autonome Nervensystem stehen Körper und Gehirn in einem fortlaufenden Austausch.
Der Körper sendet Informationen an das Gehirn. Das Gehirn ordnet diese ein und passt den körperlichen Zustand an die jeweilige Situation an.
Dieser Vorgang geschieht größtenteils unbewusst:
Was geschieht gerade?
Bin ich sicher?
Was brauche ich jetzt?
Interozeption
Die Wahrnehmung von Vorgängen im eigenen Körper
Dazu gehören zum Beispiel Atembewegung, Herzschlag, Druck, Spannung, Wärme, Weite oder innere Unruhe. Auch Schwingung und Resonanz können als körperliche Empfindungen wahrgenommen werden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Insula, ein Bereich im Inneren des Gehirns. Hier werden Körpersignale mit Gefühlen, Erinnerungen und Eindrücken aus der Umgebung verbunden.
So entsteht fortlaufend ein inneres Bild davon, wie es uns gerade geht.
Dabei ist nicht nur entscheidend, was wir spüren. Ebenso wichtig ist, wie unser Gehirn diese Empfindung einordnet.
Wie Erfahrungen unsere Wahrnehmung prägen
Das Gehirn sammelt und wertet Information nicht nur aus.
Unser Gehirn verarbeitet nicht nur das, was im Augenblick geschieht. Auf der Grundlage früherer Erfahrungen entwickelt es fortlaufend Erwartungen darüber, was als Nächstes geschehen könnte.
In der Neurowissenschaft wird dieser Vorgang als Predictive Processing beschrieben.
Hat ein Mensch über längere Zeit Stress oder Unsicherheit erlebt, kann das Nervensystem auch in einer gegenwärtig sicheren Situation weiterhin mit Gefahr rechnen. Körperliche Signale werden dann möglicherweise schneller als bedrohlich bewertet.
Neue Erfahrungen können diese Erwartungen verändern:
Ich nehme etwas wahr und kann dabei bei mir bleiben.
Mein Zustand ist nicht unveränderlich.
Mein Körper kann sich neu organisieren.
Regulation entsteht nicht allein durch Nachdenken. Das Nervensystem braucht konkrete, wiederholte Erfahrungen.
Warum Resonanz auf Körper und Gehirn wirkt
Beim Klingen entsteht eine besondere Form der Wahrnehmung.
Wir hören die eigene Stimme. Gleichzeitig spüren wir Atembewegung, Muskelaktivität und Vibration im Körper. Klang erreicht uns über das Hören und über das körperliche Spüren.
Dadurch werden mehrere Wahrnehmungsebenen gleichzeitig angesprochen:
Hören. Spüren. Atmen. Bewegen.
Resonanz macht den eigenen Zustand unmittelbar erfahrbar. Veränderungen von Spannung, Weite, Atem und Ausdruck können nicht nur gedacht, sondern im Körper wahrgenommen werden.
Es gibt dabei nicht den einen „Klangnerv“. Resonanz wirkt in einem Zusammenspiel aus Atmung, Bewegung, Hören, Körperwahrnehmung und emotionalem Erleben.
Klang wird Körperinformation.
Resonanz verbindet Körper und Gehirn.
Regulation braucht Beweglichkeit statt Kontrolle
Regulation lässt sich nicht erzwingen.
Zu viel Kontrolle kann den inneren Druck sogar verstärken. Entscheidend ist, wahrzunehmen, was im Augenblick möglich und hilfreich ist.
Manchmal braucht das Nervensystem Ruhe. Manchmal braucht es Kraft, Ausdruck oder Bewegung. Regulation bedeutet, zwischen diesen unterschiedlichen Zuständen wechseln zu können.
Es geht nicht darum, weniger zu fühlen.
Es geht darum, im Fühlen beweglicher und handlungsfähiger zu werden.
Was hat das mit Neuro-Regulating-Voice® zu tun?
Neuro-Regulating-Voice® versteht Stimme nicht in erster Linie als Leistungsinstrument, sondern als angeborenen, körperlichen Weg zu Resonanz, Selbstregulation und Verbindung.
Atem, Stimme, Körperwahrnehmung und resonantes Klingen werden miteinander verbunden. Der eigene Zustand wird hörbar und spürbar. So kann ein Erfahrungsraum entstehen, in dem Körper, Gehirn und Nervensystem wieder miteinander in Kontakt kommen.
Neuro-Regulating-Voice® verbindet körperorientierte Stimmarbeit mit aktuellen Erkenntnissen über Interozeption, Nervensystem und Lernen.
Vom Denken ins Spüren.
Vom Kontrollieren ins Lauschen.
Vom Funktionieren in einen lebendigen Kontakt mit sich selbst.
Wie kann Stimme bei Stress unterstützen?
Auf der Seite Stressregulation durch Stimme erfahren Sie, wie Atem, Klang und Körperwahrnehmung in belastenden Situationen zu mehr Stabilität und innerer Beweglichkeit beitragen können.
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